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Weihrauch

Weihrauch Die durch Entzünden (lat. incensus) geeigneter Harze aufsteigende duftende Rauchwolke. In den alten Mittelmeerkulturen weit verbreitet, vor allem bei der Totenbestattung und zur häuslichen Desinfektion und Erfrischung. Der vermögende Mann benutzte Räucherwerk und Duftstoffe auch im Alltag und ließ sich auf der Straße eine Räucherpfanne voraustragen. So wurde Weihrauch Zeichen der Ehrung. In Rom bürgerte sich der Brauch ein, beim feierlichen Einzug des Papstes und bei sonstigen Prozessionen brennenden Weihrauch in einer Tragpfanne (Räucherpfanne bzw. ein an Ketten hängendes verschließbares Gefäß, "Rauchfass") vorauszutragen. Daraus entwickelte sich die Beräucherung (Inzensation) des Altares und des Kreuzes. Sie wird als Reinigung und Heiligung verstanden. Dieses Motiv führte dazu, auch bei der Gabenbereitung zu inzensieren und damit bildlich aus dem Alltagsbereich auszusondern und zu segnen. So wird bei feierlichen Segnungen neben der Besprechung mit Weihwasser auch die Beräucherung angewandt.